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Vom Pilotprojekt zur Praxis

Viel beschworen, aber kaum umgesetzt: Die vernetzte Mobilität lässt vielerorts noch auf sich warten. Dabei fehlt bei Szenarien wie Fernwartung und Smart Parking nur ein Schritt vom Test zur Praxis.

Bahns’ Blick, 16.03.2017

Oliver Bahns über den fehlenden Mut zur Praxis bei der Mobilität der Zukunft

Zwei autonom fahrende Shuttles aus einem Testprojekt der Schweizerischen Post pendeln zwischen Eingang West und Halle 12: Besucher der CeBIT können die Mobilität der Zukunft hautnah erleben. Aber warum eigentlich „Mobilität der Zukunft“? Seit Jahren berichten Medien über Connected Cars und das automatische Notrufsystem eCall; seit Jahren forschen Automobilunternehmen und sogar Internet-Konzerne an autonomem Fahren und Elektromobilität. Warum müssen wir noch heute nach Hannover fahren, um diese altbekannten Visionen zu erleben?

Zwar steht die deutsche Verkehr- und Logistik-Branche in Sachen Digitalisierung gewissermaßen auf der Poleposition – mit einer starken Automobilindustrie, hohen Innovationskraft und durchaus fortschrittsfreundlichen Gesetzen. Dennoch ist sie laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Branchenvergleich nur durchschnittlich digitalisiert.

Nur wer wagt, gewinnt

Der Grund: Es mangelt an Mut! Für Smart Parking zum Beispiel gab es schon vor fünf Jahren erste deutsche Pilotprojekte. Aber bis heute fehlt eine Lösung, die vom Finden des Parkplatzes bis zum Bezahlen alles abdeckt und großflächig eingesetzt wird. Ebenso wie Smart Parking sind auch viele andere Bereiche der vernetzten Mobilität längst bereit, die Testphase hinter sich zu lassen.

Wie erfolgreich ein Rollout sein kann, zeigt das Beispiel Carsharing. Nachdem Smartphones auch standortunabhängige Services (Free Floating) ermöglicht hatten, entwickelten Anbieter wie car2go und DriveNow aus ihren Piloten schnell weithin verfügbare Angebote. Dadurch verfünffachte sich die Zahl der Carsharing-Nutzer laut dem Bundesverband Carsharing e.V. zwischen 2012 und 2016.

Daran sollten sich Industrie-, ITK-Unternehmen und öffentliche Hand ein Beispiel nehmen. Erste Initiativen gibt es bereits: Die Stadt Hamburg beispielsweise rollt zusammen mit T-Systems Stadtteil für Stadtteil eine Smart-Parking-Lösung aus. Nur so wird die Mobilität der Zukunft zur Mobilität von heute.

Ihr Oliver Bahns
Senior Vice President, Connected Mobility, T-Systems

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